Besuch bei „Neumarkts-Wolke“

Wie soll Wirtschaft und Recht kompetenzorientiert unterrichtet werden, wenn der Blick in die Praxis fehlt?  Um dies zu vermeiden, findet die jährliche Fachsitzung Wirtschaft und Recht/ Wirtschaftsinformatik stets bei regionalen Unternehmen statt.

Im Schuljahr 25/26 kamen wir in den Genuss einer Werksführung durch die Firma Pfleiderer. Tobias Klesel, Leiter des Bildungszentrums bei Pfleiderer, ermöglichte uns einen beeindruckenden Einblick in die Spanplattenprodukion. Von der Holzanlieferung, über die Zerkleinerung und Trocknung bis hin zum Pressvorgang riesiger Platten durften wir alles hautnah beobachten. Im Anschluss daran wurden in den Räumlichkeiten der Konzernzentrale noch schulinterne Themen der beiden Fächer besprochen. (Y. Westiner, Fachschaftsleitung)

 

WGG-Elftklässler heben ab: Prozessoptimierung live am Albrecht-Dürer-Flughafen Nürnberg

Exkursion der Klassen 11fW und 11e liefert praxisnahe Einblicke in die logistischen Herausforderungen eines Großflughafens

Der Schulalltag wich am 21. November 2025 einem hochkomplexen Umfeld: Im Rahmen des Fachs Wirtschaftsinformatik besuchten die Schülerinnen und Schüler der elften Klassen 11fW und 11e den Albrecht-Dürer Flughafen Nürnberg (NUE). Ziel der Exkursion war es, das theoretisch erlernte Wissen über Logistik, Steuerungssysteme und insbesondere die Prozessoptimierung direkt in der Anwendung zu erleben.

Ein Großflughafen gilt als Paradebeispiel für ein logistisches Hochleistungssystem, in dem jeder Prozessschritt minutiös geplant und koordiniert werden muss, um Sicherheit und Effizienz zu gewährleisten. Die Elftklässler erhielten eine exklusive Führung, die sie hinter die Kulissen des täglichen Flugbetriebs blicken ließ.

Von der Theorie zur Praxis: Start- und Landeprozesse als Optimierungsaufgabe

Im Zentrum der Besichtigung standen die Abläufe, die bei Start und Landung eines Flugzeugs ineinandergreifen – vom sogenannten Ground Handling über die Gepäckabfertigung bis hin zur Passagierkontrolle. Die Schülerinnen und Schüler konnten beobachten, wie IT-gestützte Systeme zur Steuerung der Rollbahnen, der Betankung und des Transports zur Anwendung kommen.

„Gerade in der Wirtschaftsinformatik ist es entscheidend, nicht nur Algorithmen zu verstehen, sondern auch die realen Herausforderungen komplexer Abläufe zu erkennen“, erklärt Studienrat Philipp Dull, der die Gruppe begleitete. „Der Flughafen Nürnberg hat uns eindrucksvoll gezeigt, wie eng getaktet die Prozesse sind und welche immense Rolle die Digitalisierung bei der Minimierung von Wartezeiten und der Steigerung der Gesamtperformance spielt.“

Die detaillierte Führung vermittelte den angehenden Abiturienten ein tiefes Verständnis dafür, wie mithilfe von Datenanalyse und modernen Informationssystemen Engpässe identifiziert und Betriebsabläufe kontinuierlich optimiert werden. Die Komplexität, die hinter der scheinbar reibungslosen Abwicklung von Hunderten von Flügen täglich steckt, wurde für die Schülerinnen und Schüler auf diese Weise greifbar. (P. Dull)

 

Die Geburtsstunde des Völkerstrafrechts

Eine Exkursion der 11. Klassen im Fach Wirtschaft und Recht (WWG) zum Memorium Nürnberger Prozesse

Am 28.01.2026 tauschten die Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe das Klassenzimmer gegen einen der geschichtsträchtigsten Orte des 20. Jahrhunderts: das Memorium Nürnberger Prozesse in Nürnberg. Begleitet von den Lehrkräften Johanna Glodek, Julia Ulrich und Melanie Grasse ging es auf eine Exkursion, die den Wirtschafts- und Rechtunterricht auf eindrucksvolle Weise in die Realität holte.

Als besonderes Highlight des Besuchs erwies sich der historische Saal 600 im Justizpalast, der dank der modernen Medieninstallation „Zeitreise Saal 600“ eindrucksvoll zum Leben erweckt wurde. Genau hier mussten sich ab November 1945 die Hauptverantwortlichen des NS-Regimes vor einem internationalen Militärgerichtshof für ihre Taten verantworten. Da der Gerichtssaal nach den Prozessen baulich stark verändert wurde, hilft heute eine innovative Projektionstechnik, das ursprüngliche Bild zu rekonstruieren. Direkt auf die historischen Holzwände projiziert, blendet die Installation originale Film- und Fotoaufnahmen exakt dort ein, wo sie 1945 stattfanden. Für die WR-Klassen war dies eine enorme visuelle Unterstützung: So wurde greifbar, wie die Anklagebänke positioniert waren, wo die Richter der alliierten Mächte saßen und wie der Raum für die damals völlig neuartige Prozesstechnik umgestaltet worden war. Ein eindrucksvolles Zusammenspiel aus Raumwirkung und digitaler Rekonstruktion, das die juristischen Abläufe von damals plastisch vor Augen führte.

In der Dauerausstellung des Memoriums vertieften die Jugendlichen ihr Wissen über den Ablauf eines Strafverfahrens auf internationaler Ebene – von der Beweissicherung (die damals überwiegend auf penibel geführten NS-Dokumenten basierte) bis hin zur Urteilsfindung. Auch der Bogen zur Gegenwart war schnell geschlagen: Die Schülerinnen und Schüler analysierten, wie die Errungenschaften von 1945 den Weg für den heutigen Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag geebnet haben. In Zeiten weltpolitischer Spannungen bot dies reichlich Diskussionsstoff über die Durchsetzbarkeit von Recht und die Rolle internationaler Institutionen.

Die Exkursion hat einmal mehr gezeigt, wie lebendig und aktuell die Themen des Wirtschaft- und Recht-Unterrichts außerhalb des Lehrbuchs sind. Ein herzlicher Dank gilt den begleitenden Lehrkräften für die Organisation sowie den Schülerinnen und Schülern für ihr großes Interesse und ihre engagierten Fragen vor Ort. (Grasse/Ulrich)

 

Betriebspraktikum der 10. Klassen (WWG)

Das Betriebspraktikum fand für die Klassen 10c, 10d und 10e des wirtschaftswissenschaftlichen Zweigs dieses Schuljahr vom 02.02. bis 06.02.2026 statt. Dabei besuchten die Schülerinnen und Schüler in den vorgegebenen fünf Tagen ganztägig ein Unternehmen oder eine Einrichtung ihrer Wahl. Durch das Betriebspraktikum erlangten sie einen ersten Einblick in die Arbeits- und Berufswelt und sammelten bereits wertvolle Erkenntnisse für ihre weitere berufliche Orientierung. (L. Bernhardt)

Dies zeigen auch die geschilderten Erlebnisse und Erfahrungen folgender Schülerinnen und Schüler:

In unserem Betriebspraktikum als Chemielaborant/in durften wir Einblicke in verschiedene Arbeitsbereiche wie die Entwicklung, Herstellung und Qualitätskontrolle pflanzlicher Arzneimittel der Firma Bionorica SE gewinnen. Dabei haben wir verschiedene Laborverfahren zur Untersuchung pflanzlicher Inhaltsstoffe kennengelernt und durften praktische Erfahrungen mit Laborgeräten sammeln. Außerdem haben wir viel über das Vorgehen bei der Gewinnung von Wirkstoffen aus Pflanzen sowie den Sicherheitsvorkehrungen erklärt bekommen. Das Praktikum war spannend und genauso wie man sich die Arbeit eines Chemielaboranten vorstellt. Wir können uns sehr gut vorstellen, in Zukunft im naturwissenschaftlichen Sektor zu arbeiten und freuen uns auch schon darauf, unser Praktikum in der 11. Klasse in einem wirtschaftlich orientierten Bereich zu absolvieren. (Annika Reif und Jonas Kirsch, 10c)

 

Während meines Betriebspraktikums war ich im Krankenhaus Neumarkt in der Kinderstation beschäftigt. Besonders interessant fand ich dabei Impfungen und Blutentnahmen, die ich sogar  im Labor mitanalysieren durfte. Außerdem war ich im Kreißsaal. Hier durfte ich bei der Vorbereitung einer Geburt helfen und ein Protokoll dazu schreiben. Das Praktikum hat mein Interesse an der Medizin geweckt, weshalb ich mir gut vorstellen kann, später in diesem Bereich zu arbeiten. (Elona Plana, 10c)

 

Mein Betriebspraktikum verbrachte ich in einer Rechtsanwaltskanzlei in Neumarkt und Hersbruck. In der Kanzlei konnte ich viel über das Vorgehen bei juristischen Arbeiten, sowie über die deutschen Rechtsgebiete an sich, lernen. Über die Arbeit mit konkreten Fallakten hinaus, durfte ich auch mehrfach bei Gerichtsterminen in den zuständigen Amtsgerichten beisitzen. Die Woche war sehr vielfältig und interessant, weshalb ich mir auch vorstellen könnte, in diesem Berufsgebiet zu arbeiten. (Raya Dobreva, 10d)

 

Unternehmensgründung im P-Seminar

Zu Beginn des Schuljahres 2025/26 machten sich 13 muntere Schülerinnen und Schüler auf, um in ihrem P-Seminar ein fiktives, neues Unternehmen zu gründen. Dabei entwickelten die Dreier- bis Fünferteams Geschäftsideen, die in einem Businessplan konkretisiert wurden. Die Schülerinnen und Schüler mussten sich dabei u.a. Gedanken zu den Gründerpersonen, dem Markt und Wettbewerb, Marketing und Vertrieb, Geschäftssystemen und der Finanzplanung machen.

Im Mai 2026 hieß es Abgabe der fertigen Konzepte, die auch Gesprächsprotokolle mit z.B. Bankern, Steuerfachleuten oder Anwälten beinhalteten. Diese wurden an die Hans Lindner Stiftung in Arnstorf geschickt, die das P-Seminar betreute. Unabhängige Juroren aus Wirtschaft, Politik und Schule beurteilten anschließend den Businessplan nach bestimmten Kriterien.

 

 

 

 

 

Die Zukunftsmacher: Sie entwickelten modulare Wandfassaden mit Begrünung

 

 

 

Doch damit nicht genug. Am 17. Juni 2026 fand im Schloss Mariakirchen in Niederbayern eine Abschlussmesse der teilnehmenden Schulen aus der Oberpfalz und Niederbayern statt. Dabei mussten die Gruppen einen Messestand zu ihrem neu gegründeten Unternehmen präsentieren. Verschiedene Jurorenteams, die bereits die Businesspläne begutachteten, gingen von Stand zu Stand und bewerteten diese schließlich. Jedes Team hatte dabei 3 Minuten Zeit ihr Konzept vorzustellen, weitere 3 Minuten konnte die Jury Fragen stellen.

Am Ende wurden aus 17 Teams drei Sieger gewählt, die sowohl durch ihren Businessplan als auch durch ihren Stand besonders überzeugen konnten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Unternehmer: Sie entwickelten eine vollständig modulare Tastatur.

 

 

Auch die Schülerinnen und Schüler des WGG erzielten gute Leistungen. (C. Deml)

 

 

Willibald-Gluck-Gymnasium

Woffenbacher Straße 33
92318 Neumarkt
Tel.: 09181 472-0

    

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