MBO am WGG
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Das „Modul der beruflichen Orientierung“ MBO, seit diesem Schuljahr mit 0,5 Wochenstunden für alle Neuntklässler fest im Stundenplan verankert, stand erstmalig vor der Umsetzung. Ob das MBO als regelmäßige Treffen oder geblockte Veranstaltungen stattfinden soll, kann jede Schule selbst entscheiden. Nach einigen Telefonaten und zahlreichem E-Mail-Verkehr entwickelte ich als Koordinatorin für Berufliche Orientierung am WGG ein kompaktes und möglichst vielseitiges Konzept, um den Schülerinnen und Schülern das - für sie meist fremde - Thema „Beruf“ näher zu bringen. Unterstützt wurde ich dabei von Frau Westiner. Anstatt sich über das Schuljahr verteilt „kleckerles Weise“ mit der Thematik auseinander zu setzen, haben wir für die Schüler*innen eine volle Projektwoche organisiert, um die Jugendlichen über einen längeren Zeitraum intensiv und möglichst abwechslungsreich mit der wichtigen Frage nach der „Beruflichen Orientierung“ zu konfrontieren.
Vom 07.-15.03.2022 durften alle Neuntklässler an fünf Vormittagen unterschiedlichste Einblicke in die Berufswelt erleben. Erste handwerkliche Erfahrungen konnten in der Handwerkskammer Neumarkt gemacht werden. In einer voll eingerichteten Holzwerkstatt wurde fleißig gesägt und gefeilt, bis ein Kerzenständer fertig war. Im Anschluss daran durfte in Partnerarbeit eine elektrische Schaltung verlegt werden und zum Schluss wurde überprüft, bei wem „ein Licht auf/angeht...“. „Wie bewerbe ich mich richtig?“ brachte auf sehr anschauliche Weise Herr Oegl, ein ehemaliger Personalchef eines größeren Unternehmens, mittlerweile in Rente, aber immer noch sehr aktiv, den Jugendlichen näher. Statt eines langweiligen Vortrags plauderte Herr Oegl aus dem „Personalmanagementnähkästchen“ und begeisterte die Neuntklässler mit seinen lebensnahen und nebenbei auch sehr informativen Geschichten nicht nur rund um das Thema Bewerbung.
Die „Initiative Junge Forscherinnen und Forscher e.V.“ unter der Leitung von Frau Dr. Hildebrandt, extra angereist aus dem Gründerzentrum Parsberg, stellte den Bereich Gesundheitstechnologie vor und ließ die Schülerinnen mit einzelnen Stationen wie beispielsweise EKG-Messungen, mikroskopischen Untersuchungen und dem Bau von Daumen-Prothesen in diesen MINT-Bereich hineinschnuppern. Herrn Wiesneth von der Bundesagentur für Arbeit, der Berufsberater des WGG, bekam an einem Vormittag die Gelegenheit, sich allen Schülerinnen vorzustellen. Schnell und möglichst genau mit Hilfe des Internets an Informationen der BA zu einzelnen Berufen zu gelangen, stand hier im Vordergrund.
Im Rahmen einer Potenzialanalyse des Beruflichen Fortbildungszentrums der Bayerischen Wirtschaft (bfz) Neumarkt konnten die Neuntklässler bei verschiedensten Aufgaben theoretischer und praktischer Natur ihre persönliche Arbeitsweise zeigen. Beobachtet wurden sie dabei von Mitarbeiterinnen des bfz, um festzuhalten, wie sich jede/r Einzelne in solchen gruppendynamischen Prozessen verhält. Eine individuelle Auswertung der eigenen Stärken und den Bereichen, in denen noch Entwicklungspotential steckt, erhalten alle Schülerinnen noch am Ende des Schuljahres. Viele positive Rückmeldungen von allen Beteiligten bestätigen die kompakte Auseinandersetzung mit dem Thema „Beruf“ und diese findet sicher im kommenden Schuljahr seine Fortsetzung!